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Onlinehandel am Scheideweg: Der SVS am 48. Atelier de la Concurrence

15.04.2026


Ausländische Online-Plattformen wie Temu und Shein setzen den Schweizer Handel massiv unter Druck. Beim 48. Atelier de la Concurrence in Bern diskutierten Experten über notwendige Spielregeln. Mit SVS-Präsident Hans-Christian von der Crone und SVS-Geschäftsführer Sandro Küng brachte der Verband die Anliegen der Spielwarenbranche pointiert auf die Agenda und kritisierte die mangelhafte Durchsetzung geltenden Rechts.

Das Kornhausforum in Bern bot die Kulisse für eine hochkarätige Debatte: Unter dem Titel «Ausländische Plattformen: Braucht der Onlinehandel neue Spielregeln?» beleuchtete das 48. Atelier de la Concurrence das Spannungsfeld zwischen globaler Marktdynamik und nationaler Regulierung. Der Spielwarenverband Schweiz (SVS) war prominent vertreten.

40 Jahre Markterfahrung: Ein unternehmerischer Weckruf

Im zweiten Teil der Veranstaltung gab H. C. von der Crone, SVS-Präsident und CEO der Nimex AG, einen tiefen Einblick in die Entwicklung der Branche. Als Unternehmer, der auf über 40 Berufsjahre zurückblickt, zeichnete er den Wandel vom klassischen Fachhandel hin zum heutigen Plattform-Diktat nach. Sein Fazit: Während Schweizer Unternehmen wie die Nimex AG seit Jahrzehnten höchste Standards bei Sicherheit und Qualität garantieren, wird der Markt heute von Akteuren geflutet, die sich diesen Verantwortungen entziehen.

Panel-Diskussion: Kritik am «Hütchenspiel» der Plattformen

In der ersten Panel-Diskussion des Abends vertrat SVS-Geschäftsführer Sandro Küng die operativen Interessen des Verbandes. Im Zentrum der Debatte stand unter anderem das Vorgehen des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco). Sandro Küng verlagerte den Fokus weg von der abstrakten Plattformdebatte hin zur Produktrealität. Sein Kernargument lautete, dass Schweizer Unternehmen im Spielwarenbereich hohe Anforderungen an Produktsicherheit, Dokumentation und Qualität erfüllen müssen, während direkt importierte Ware über Plattformen diese Standards vielfach
faktisch unterläuft.

Damit werde aus Preiswettbewerb ein Systemwettbewerb: Nicht Effizienz, sondern das Umgehen von Pflichten verschaffe Preisvorteile. Mehrere Wortmeldungen knüpften daran an und machten deutlich, dass der Verweis auf den «mündigen Konsumenten» dort an Grenzen stösst, wo es um Kinderprodukte, Sicherheitsrisiken und schwer überprüfbare Lieferketten geht.

Sicherheit darf kein Verhandlungsthema sein

Einig war man sich in der Runde, dass besonders bei sensiblen Produktgruppen wie Spielwaren die Produktsicherheit oberste Priorität haben muss. Der SVS fordert hier einen konsequenten Vollzug und gleich lange Spiesse für alle Marktakteure – unabhängig davon, von wo aus sie ihre Waren in Schweizer Kinderzimmer liefern.

Das Atelier bot eine wertvolle Plattform für den Austausch mit Vertretern aus Politik, Wissenschaft und Behörden, um den Druck auf eine faire Regulierung weiter zu erhöhen.


Kontakt

Spielwaren Verband Schweiz
Herr Sandro Küng
Geschäfts- und Medienstelle
Sonneggstrasse 86
CH-8006 Zürich

+41 44 545 21 69
office@spielwarenverband.ch