Weihnachten 2025: Viele Eltern unterschätzen beim Online-Spielzeugeinkauf gravierende Risiken
20.11.2025
Die Mechanismen sind simpel und gefährlich: «Geiz ist geil». Wie Wirtschaftspsychologe Christian Fichter gegenüber Nau.ch ausführt, blenden Konsumenten Risiken aus, sobald das Gefühl entsteht, ein Schnäppchen zu machen. Der kurzfristige Gewinn wird höher gewichtet als der mögliche Schaden. Das Resultat ist alarmierend: Spielzeug von Temu und Shein, das laut einem Labortest des Spielwaren Verband Schweiz (SVS) zu 80 % die Schweizer Spielzeugverordnung nicht erfüllt, landet ungeprüft in hiesigen Kinderzimmern.
«Zynische» Haltung des Bundesrates
Für den SVS ist die politische Reaktion auf dieses Phänomen unhaltbar. SVS-Präsident Hans-Christian von der Crone findet im Artikel deutliche Worte: Es sei «unverständlich und zynisch», dass der Bundesrat Online-Einkäufe auf chinesischen Plattformen als Privatimporten sieht und lediglich Eigenverantwortung fordere. «Die Leidtragenden sind am Ende die Kinder, die Gefahren durch Giftstoffe oder verschluckbare Kleinteile nicht selbst einschätzen können.»
Behörden kapitulieren vor der Menge
Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit (BLV) räumt im Bericht ein, dass ausländische Shops wie Temu oder Shein nicht der Schweizer Gesetzgebung unterstehen und eine systematische Kontrolle der Pakete «weder praktikabel noch wirksam» sei.
Für den SVS ist dies eine Bankrotterklärung des Verbraucherschutzes. Während der Schweizer Fachhandel strenge Sicherheitsauflagen und Kontrollstandards erfüllen muss, gelangen über den Direktversand aus Asien massenhaft gefährliche Produkte in die Schweiz. Wir fordern weiterhin mit Nachdruck: Gleiche Regeln für alle. Wer in die Schweiz liefert, muss dieselben Sicherheits- und Qualitätsstandards einhalten wie ein inländischer Händler. Der Schutz unserer Kinder darf nicht dem Preisdruck geopfert werden.
Quelle: Nau.ch
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